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Der Nahverkehrsplan

Das Nahverkehrsgesetz in Rheinland-Pfalz verlangt von den Aufgabenträgern des öffentlichen Personennahverkehrs – dies sind die Landkreise und kreisfreien Städte wie beispielsweise der Landkreis Alzey-Worms – ,einen Nahverkehrsplan aufzustellen.

Im Nahverkehrsplan wird ein Rahmen für die Ausgestaltung des ÖPNV Angebotes entwickelt, welcher Aussagen zu Mindestanforderungen an Verkehrszeiten, Fahrtenhäufigkeiten sowie Anschlussbeziehungen an wichtigen Verknüpfungspunkten enthält. Typische Fragestellungen, die in diesem Rahmen bearbeitet werden, sind u.a. folgende:

  • Wie oft soll eine Linie verkehren?
  • Welchen Routenverlauf soll eine Linie haben?
  • Wie lange soll eine Linie verkehren? (z.B. in den frühen Morgen- und Abendstunden)

Darüber hinaus werden im Nahverkehrsplan Qualitätsstandards für die eingesetzten Fahrzeuge und die Haltestelleninfrastruktur festgelegt. Dabei wird insbesondere das Thema der Barrierefreiheit betrachtet. Hier ist bundesrechtlich im Personenbeförderungsgesetz verankert, dass bis zum Jahr 2022 eine vollständige Barrierefreiheit im ÖPNV erreicht werden soll. Gleichzeitig definiert der Nahverkehrsplan Ausnahmen von dieser Regelung. Der Landkreis Alzeys-Worms plant ein Haltestellenausbauprogramm in dem die Reihenfolge und der zeitliche Horizont des Haltestellenausbaus festgelegt werden.

Grundlage der Konzepte für die Buslinien und für den Haltestellenausbau ist eine umfassende Bestandsanalyse und Potenzialermittlung. So sind im Zuge der Nahverkehrsplanfortschreibung sämtliche Haltestellen im Landkreis Alzey-Worms kartiert und Ausstattungsmerkmale (z. B. zur Barrierefreiheit) erfasst worden. Darüber hinaus ist anhand einer vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar entwickelten Methodik eine Potenzialanalyse durchgeführt worden, mit der ermittelt wird, auf welchen Strecken weitere Fahrgäste für den ÖPNV gewonnen werden können.

Der Nahverkehrsplan ist ein Rahmenplan, der schwerpunktmäßig insbesondere die o. g. Themen betrachtet. Das bedeutet jedoch auch, dass der Nahverkehrsplan keine vollständige Fahrplangestaltung vornimmt. Ob eine Buslinie beispielsweise zur Minute 11 oder zur Minute 22 abfährt, wird im Rahmen der Betriebsplanung durch den Verkehrsverbund und die Verkehrsunternehmen bestimmt und ist von zahlreichen Faktoren (wie etwa der Minimierung des Fahrzeugbedarfs, der Gewährleistung von Anschlussverbindungen oder des Straßenverkehrsaufkommens) abhängig.

Der Nahverkehrsplan bildet die Grundlage für die zukünftige Vergabe der Bus- und Straßenverkehre im Landkreis Alzey-Worms nach der aktuellen EU-Verordnung 1370/2007, welche den Rahmen für die Regelungen zur Vergabe der Verkehrsleistungen im bundesrechtlichen Personenbeförderungsgesetz vorgibt.

Entsprechend der räumlichen und verkehrlichen Entwicklung sind Nahverkehrspläne in Rheinland-Pfalz regelmäßig fortzuschreiben. Diesen Prozess hat der Landkreis Alzey-Worms begonnen und wird seinen Nahverkehrsplan bis voraussichtlich Sommer 2018 aktualisieren.